Elbschule: Gebäude der Musikschule könnte Übergangs-Domizil werden

Wedel-Klartext exklusiv: Ratsfraktionen machen hinter den Kulissen Druck - Verwaltung soll prüfen, ob das stark sanierungsbedürftige Haus zur provisorischen Heimat für die Privatschule werden könnte, bis ein endgültiger Standort gefunden ist.

Published17. April 2026

AuthorUwe Heitmann

In die Jahre gekommenes Haus,

Musikschule(1)

Übergangslösung? Das Gebäude der städtischen Musikschule könnte der Elbschule als Unterkunft für den Zeitraum dienen, bis ein Neubau fertig ist.

Das Ringen um einen neuen Standort für die Elbschule geht weiter. Hinter den Kulissen des Wedeler Rathauses wird seit Wochen in vertraulichen Runden über die Zukunft der privaten Bildungseinrichtung verhandelt. Nach Informationen von Wedel-Klartext übernimmt dabei jetzt zunehmend die Politik das Ruder von der Verwaltung, die bislang nahezu alle potenziellen Areale abgelehnt hat. Um Zeit zu gewinnen, steht jetzt eine völlig neue Option im Raum: Die Schule könnte übergangsweise in das Gebäude der Musikschule im Stadtzentrum ziehen.

Dieses Szenario soll jetzt von der Verwaltung auf Machbarkeit geprüft werden. Das sieht ein Auftrag vor, der Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto und Baufachbereichsleiterin Claudia Broekhuis nach Wedel-Klartext-Informationen kürzlich in einer Runde mit Vertretern der Ratsfraktionen gegeben wurde. Bei der Prüfung dürfte es in erster Linie um die bauliche Tauglichkeit des Gebäudes gehen, das stark renovierungsbedürftig ist – und um neue Standorte für die Musikschul-Aktivitäten.

Elbschule muss Standort nächstes Jahr räumen

Für die Elbschule, in der ab Sommer 2027 mehr als 210 Kinder und Jugendliche (davon rund 140 aus Wedel) unterrichtet werden, drängt die Zeit. Sie muss ihren Standort am Mühlenweg Ende Juli 2027 räumen. Seit Jahren ist der Förderverein der Einrichtung daher auf der Suche nach einem Grundstück, wo auf eigene Kosten für einen zweistelligen Millionenbetrag ein Neubau errichtet werden könnte. In fast allen Fällen lehnte die Verwaltung die vorgeschlagenen Areale jedoch ab.

Unter anderem hatte das Nein der Rathausspitze zu einem Grundstück an der Feldstraße für Aufsehen gesorgt. Obwohl Eigentümer Hans Woermcke die Elbschule mit offenen Armen empfangen würde und zwei Fachanwälte eine Ansiedlung für möglich erachtet hatten, senkte die Verwaltung den Daumen – was auch in Teilen der Politik für Unmut gesorgt hatte. Auch ein Areal an der Holmer Straße, dessen Eigentümer die Bildungseinrichtung ebenfalls gern bei sich sehen würde, fiel im Rathaus durchs Rost. Allerdings prüft der Besitzer nach Wedel-Klartext-Informationen rechtliche Schritte gegen die Ablehnung seiner Flächen als Baugebiet.

Kein Bau-Turbo für Wedel Nord

Ebenfalls zerschlagen hat sich das Plangebiet Wedel Nord für einen Schulneubau – zumindest im Schnelldurchgang per Bau-Turbo. Fachbereichsleiterin Claudia Broekhuis hatte diese Möglichkeit zuletzt noch einmal in einer vertraulichen Runde Ende März verneint. Die geltenden Rechtsvorschriften sähen „den ergänzenden Bau einer Schule in diesem Fall nicht“ vor, sagte sie laut einem Protokoll, das Wedel-Klartext vorliegt.

In derselben Runde lehnte Bürgermeisterin Fisauli-Aalto auch noch einmal das Gelände der Pestalozzischule für einen Neubau zumindest für die nächsten zwei Jahre ab. Diese Idee war von CDU und WSI erfolglos per Antrag eingebracht worden. Und auch das Areal eines ehemaligen Autohauses am Kronskamp ist jetzt nach langen Diskussionen aus dem Rennen. In einem langen Schreiben, von dem Wedel-Klartext Kenntnis hat, erläuterte der Elbschul-Förderverein den Fraktionen und der Verwaltung, warum diese Option nicht in Frage komme. Hintergrund: Die Besitzer wollen das Gelände nur verpachten. Pacht- und Neubaukosten zusammen seien ohne die Sicherheit eines eigenen Grundstücks bei Banken jedoch für die Schule kaum zu finanzieren, heißt es in dem Papier.

Bebauung des Musikschul-Parkplatzes wäre möglich

Inzwischen haben die Fraktionen die Not der Elbschule erkannt und drängen die wohl eher zögerliche Verwaltung zur Entwicklung von Lösungsstrategien. Diskutiert wird hinter den Kulissen unter anderem die Möglichkeit, dem Förderverein auf Sicht das Areal der Musikschule mit dem angrenzenden Parkplatz für einen Neubau zu überlassen. Dieses Gelände ist rund 8000 Quadratmeter groß und bietet laut Sitzungsprotokoll aus Sicht der Elbschul-Verantwortlichen ausreichend Raum für einen Neubau. Zwar lehnte Fachbereichsleiterin Broekhuis auch diese Lösung ab, musste auf Nachfrage aber offenbar einräumen, dass eine kurzfristige Bebauung grundsätzlich möglich wäre, „sofern eine politische Entscheidung hierfür getroffen wird“.

Nach Wedel-Klartext-Recherchen wird darum allerdings noch heiß gerungen. Aus Teilen der Politik ist der Wunsch zu hören, auch andere Optionen noch einmal zu prüfen. Da aber eine kurzfristige Lösung für die Elbschule ab Sommer nächsten Jahres gefragt ist, wurde nun der Übergangs-Umzug in das alte Musikschul-Gebäude ins Gespräch gebracht. Das Ergebnis der Prüfung durch die Verwaltung steht noch aus.

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