Beethoven, Brahms und Haydn einfach schön
Wedeler Musiktage: Elster Trio erntet frenetischen Applaus für Klaviertrio-Konzert.
27. September 2026
Ulrich Bohling

Elster Trio
Das Elster Trio mit Varvara Vasylieva, Davide Carlassara und Jacobo Giovannini schlug sein Publikum in den Bann. Foto: Bohling
Oft sind es die kleinen Momente, die glücklich machen. Solche Momente durften die Zuhörer des Elster Trios erleben, als sie anlässlich der Wedeler Musiktage am vergangenen Sonnabend zum Kammerkonzert ins Rist Forum gekommen waren.
Drei hochtalentierte junge Musiker brachten dort selten gespielte Klaviertrios von Beethoven, Haydn und Brahms zu Gehör. Sinnlich, berührend und mit großem Können präsentierte das Trio kammermusikalische Komposition der großen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts. Die drei Musiker, das sind Varvara Vasylieva, Davide Carlassara und Jacobo Giovannini.
Virtuos interpretiert: Beethovens Klaviertrio Opus 70
Als ersten Part boten die jungen Talente Beethovens Klaviertrio Opus 70 dar, das dieser Anfang des 19. Jahrhunderts in Wien komponierte. Beethoven hatte sich dafür in Ungarn von kroatischer Musik inspirieren lassen. Virtuos und prononciert spielten die Musiker und entführten die Zuhörer mit Hingabe und großer Konzentration in harmonische Klangwelten.
Dabei entlockte Giovannini, hemdsärmelig und bereits seit frühester Jugend am Klavier, lebhaft und mit filigraner Leichtigkeit den Tasten seines Instruments an manchen Stellen Töne wie das sanfte Rauschen eines Bächleins über ein Kieselbett. Herrlich!
Graziös vorgetragen: Haydns Klaviertrio
Nach der Pause Haydns Klaviertrio in E-Dur. Entstanden in dessen Londoner Zeit kam es graziös und elegant daher, überraschte mit harmonischen Wendungen und strahlte dabei eine Fröhlichkeit aus, das einem beim Zuhören das Herz aufging.
Der Geigerin Vasylieva merkte man die Freude regelrecht an, ihre Musik vor Publikum zu präsentieren. Mal ruhig und kaum merklich, mal tirilierend und in die Höhe steigend wie eine Feldlerche, zeigte sie, über was für eine breite Palette von Klangfarben ihr Instrument verfügt.
Romantik pur: Brahms auf dem Violoncello
Als letztes Brahms. Heftig, voller Kraft und Leidenschaft, wie man den großen Komponisten kennt. Hier hatte Carlassara am Violoncello seinen Auftritt. Bestimmend, bodenständig und tragend sein Einsatz, spielte er konzentriert sein Instrument und setzte mit ihm Akzente. Romantik pur und einfach schön!
Dem Publikum gefiel es offensichtlich. Lange anhaltender, teils frenetischer Applaus waren der gerechte Lohn für das Gehörte. „Das war sehr, sehr schön“, so Besucherin Hedda Freesen nach dem Konzert. „Es hat sich echt gelohnt, heute hierher gekommen zu sein.“ Ein wunderbarer Abend, der Lust auf mehr Klaviermusik machte.







