Eine neue Bücherei im katholischen Kindergarten

Alle packten mit an oder gaben Geld, um kleinen "Bücherwürmern" ein schönes Umfeld zu schaffen.

Published7. Februar 2026

AuthorJörg Frenzel

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Gut gelaunt, ein bisschen stolz - und das mit Recht: Sie stehen stellvertretend für die vielen Helferinnen und Helfer, die die kleine Bücherei gestalteten.

Es wirkt ein bisschen wie Magie. Im katholischen Kindergarten St. Marien wurde eine Art Abstellkammer in einen hell-gemütlichen Bücherei- und Leseraum verwandelt! Zu verdanken haben das die Steppkes jedoch nicht irgendwelchen Zauberern, sondern engagierten Eltern, freigebigen Firmen, einer vertrauensvollen Kita-Leitung – und natürlich Pädagoginnen und Pädagogen mit Leidenschaft und klaren Vorstellungen. Mit Kinderchor und vielen guten Worten wurde jetzt das neue Glanzstück der Kita eröffnet, dessen erste Vorplanungen vor anderthalb Jahren begonnen hatten.

Falk Ulbricht ist Sprachförderkraft in der Kita und einer der Motoren des Projekts. Er war maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des Vorhabens. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Harshani Rajapaksha und Dana Rudinek sowie der Sprachfachkraft Corinna tüftelte er aus, was so ein Raum denn bieten müsste. Das begann mit der Renovierung, lief über kleine Umbauten und endete bei technischer Ausstattung und Medien. Und dann packten alle beherzt zu!

Firmen engagierten sich mit Spenden und Arbeitskraft

Unternehmen spendeten Geld, Knowhow und Arbeitskraft. Die Firma Alfred Tiefenbacher beispielsweise rückte an ihrem „Social Day“ mit gleich acht Mitarbeitenden an, um zu entrümpeln und zu streichen. Das Pharmaunternehmen medac engagierte sich finanziell, das Fachgeschäft Knutzen half mit Teppichboden, die Fachkräfte der Firma Veprich-Fußbodenservice verlegten ihn. Die Firma Allrein spendete Geld für Beamer, Leinwand und Ausleihboxen. Der Hausmeister entwarf ein Podest und baute es bis zur letzten Schraube. Und die Eltern spendeten Geld, Bücher und Bunstifte für die Ausleihboxen. Falk Ulbricht dankte allen für „das Gemeinschaftsprojekt mit Herz für Kinder“.

In dem neuen Raum sind nun rund 850 Bücher in Regalen übersichtlich geordnet, übrigens teils als überarbeitete Ausgaben, die keine möglicherweise verletzenden Formulierungen enthalten. Nach dem Mittagessen wird in der Kita immer vorgelesen. Doch der reine „Buchkonsum“ ist für das Pädagogen-Team nur ein Teil des Tuns. „Wir kommen über die Inhalte mit den Kindern ins Gespräch. Das ist ein wichtiges Element der Sprachförderung“, so Falk Ulbricht.

Sprachfachkraft kommt zwei Mal pro Woche

Englisch, Französisch, Arabisch, Türkisch, Ukrainisch, Russisch – viele der Kinder haben eine andere Muttersprache, da ist das Erlernen der deutschen Sprache als verbindende Kraft enorm wichtig. Zusätzlich zur Sprachbildung im normalen „Tagesgeschäft“ kommt Sprachfachkraft Corinna zwei Mal pro Woche vorbei, um Kinder ganz gezielt und intensiv mit Büchern und anderen Medien zu unterstützen.

So, das mit dem Bücherei-Raum wäre also geschafft und abgehakt, die Kosten von rund 9000 Euro sind bezahlt ohne jeden öffentlichen Zuschuss  – aber die Kita-Crew hat schon die nächsten Pläne. Was es ist, wird noch nicht verraten – aber die Erzieherinnen und Erzieher sind nach den positiven Gemeinschafts-Erfahrungen zuversichtlich, dass es auch dabei wieder mit viel Gemeinsinn weitergeht.

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