Ein Konzert zum Geburtstag
Johann-Rist-Gesellschaft feiert mit Bach
7. Januar 2026
Jörg Frenzel

rist-Gesellschaft-Bach
Volles Haus beim Johann-Rist Festkonzert (Foto: Assia Tschernookoff)
Die Johann-Rist-Gesellschaft wurde 2015 gegründet, um das vielseitige Werk von Johann Rist, einem der bedeutendsten Gelehrten des 17. Jahrhunderts, in der Öffentlichkeit bekannter zu machen und zu pflegen. Ihm zu Ehren gab der Verein im Januar, am ersten Sonntag des neuen Jahres, ein Festkonzert in der Immanuel-Kirche. Dreihundert Gäste aus Wedel und den umliegenden Ortschaften scheuten weder Schnee noch Glätte, um der Musik von Johann Sebastian Bach und den Texten von Johann Rist in der Immanuel-Kirche zu lauschen.
„Man kann dieses Jubiläum nicht besser feiern als mit dieser so vertrauten Musik zu seinen Texten,“ mit diesen Worten begrüßte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Anke Kjer zum Weihnachtsoratorium in jener Kirche, in der Johann Rist als Pastor und Seelsorger dreißig Jahre lang – von 1635 bis zu seinem Tod – wirkte. „Diesem großartigen, in unserer Gemeinde tätigen Gelehrten mit diesem besonderen Konzert zu gedenken, erfüllt unsere Kirchengemeinde mit großer Dankbarkeit,“ erklärte Werner Ballendat, Prädikant der Kirche, in seiner Einführungsrede. Dabei ließ Rist selbst zu Lebzeiten in seiner Kirche nie eines seiner eigenen Lieder singen. Der berühmte und später gekrönte Schriftsteller, der sich außerdem mit Mathematik, Botanik, Chemie und Heilkunde beschäftigte, wurde im Alter von 46 Jahren von Kaiser Ferdinand III. in Würdigung seines bedeutenden Schaffens zum Kaiserlichen Hofpfalzgrafen geadelt. Damit wurde Rist die höchste Auszeichnung zuteil, die für einen Bürgerlichen erreichbar ist.
Musikalisches Erlebnis mit Ausklang
Unter der Leitung von Dr, Matthias Dworzack, Vorsitzender der Johann-Rist-Gesellschaft, boten die Cimbrische Cantorey, renommierte Solistinnen und Solisten sowie das Barockorchester Elbipolis zu Ehren von Johann Rist ein einzigartiges musikalisches Erlebnis. Gespielt und gesungen wurden die Teile IV und VI des Weihnachtsoratoriums, das Johann Sebastian Bach zu weltweiter Berühmtheit verhalf. Insgesamt 64 Stücke – darunter auch das beliebte „Jauchzet, frohlocket“ aus Teil I – standen auf dem dreistündigen Programm, das mit einem Empfang im Gemeindehaus „Risthütte“ – gleich neben der Kirche – bei einem Gläschen Wein und leckeren Häppchen ausklang. (Assia Tschernookoff)







