Daniel Kölbl: „Wichtige Arbeit für Integration!“
CDU-Bundestagsabgeordneter im Austausch mit Pädagogen zum Thema Integration
15. Januar 2026
Jörg Frenzel

DK Besuch VHS Wedel (2)
Gut informiert: Bundestagsabgeordneter Daniel Kölbl (vierter von links) mit VHS-Leiterin Dr. Claudia Bolsinger (von links), Programmbereichsleiter Martin Heller, Marta Litke von der städtischen Koordinierungsstelle für Integration, Verwaltungsleiterin Beate Kluge, Dr. Silke Wienecke, Sprachen, Deutsch, Grundbildung, sowie Jörg Peters aus dem Bereich Politik/Gesellschaft, EDV/IT Kompetenz.
Daniel Kölbl drückte die Schulbank in Wedels Volkshochschule. Natürlich ging es nicht um „Italienisch A2“, „MS Office für Einsteiger“ oder gar den „Make up-Workshop“, sondern der Bundestagsabgeordnete (CDU) schaute in einen der Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten herein, um mal ganz unmittelbar zu erfahren, wie Unterricht so abläuft, der zu großen Teilen auch aus Steuermitteln des Bundes finanziert wird. Und er sprach zuvor auch mit einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, bevor er sich in die letzte Reihe setzte und mitbekam, wie intensiv sie sich darum bemühten, Sätze zu bilden, die alle mit Farben zu tun hatten. Deutsche Sprache, schwere Sprache – aber sie ist der Schlüssel zur so wichtigen Integration. „Denn mit jedem Menschen, der zu uns kommt, sich dann integriert und eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmt, haben wir mehr Spielraum, um anderen Menschen zu helfen“, sagte der Abgeordnete und: „Ich habe erlebt, wie motiviert viele Teilnehmer Deutsch lernen und wie engagiert die Volkshochschulpädagogen arbeiten.“

Der Abgeordnete Daniel Kölbl schaute auch direkt in Integrationskurse hinein, sprach mit Pädagogen und Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Doch vor der Praxis kam die Theorie in Form eines Gesprächs mit den Verantwortlichen der VHS. Sie hatten „ihren“ Bundestagsabgeordneten eingeladen, um Auskünfte über die Pläne der Bundespolitik zu den Sprach- und Integrationskursen zu erhalten und um ihn auf Schwierigkeiten im System aufmerksam zu machen. Nach Angaben des Abgeordneten habe so auch von einigen „Fallstricken“ erfahren. So sei problematisch, dass zwei Bundesministerien damit befasst seien, die vielen unterschiedlichen Facetten von Integration abzudecken und auch Länder zusätzliche Integrationsprogramme auflägen, und auch der Kreis ebenfalls mitmische – für die Kommunen sei es aufwendig, die vielen Möglichkeiten im Blick zu haben und auszuschöpfen.
Abseits dieser bürokratischen Verhältnisse erfuhr er von VHS-Leiterin und Dr. Claudia Bolsinger und Mitgliedern ihres Teams von ihrer Ansicht nach oft zu starren Abschlussprüfungen. Um beispielsweise einen Deutsch-Abschluss auf B2-Niveau zu erhalten, der für Zugänge zu Jobs häufig als Anforderung ausgegeben werde, müssten die Absolventen sehr sicher in gesprochener Sprache und auch in Schrift sein. Das sei nach Angaben des VHS insbesondere für Menschen aus dem arabischen Raum eine hohe Hürde, weil sie mit einer ganz anderen Schrift aufgewachsen seien.
Scheiterten sie an der Schrift, könnte damit auch der Zugang zu Arbeitsplätzen verwirkt sein, in denen man ausschließlich mündlich kommuniziert – egal wie gut und sicher sie Deutsch sprechen . Der Abgeordnete plädiert deshalb gemeinsam mit den Pädagogen dafür, Sprach-Abschlüsse modular aufzubauen: Ein Zertifikat fürs Mündliche und mit grundlegenden Schriftkenntnissen sollte Zugang beispielsweise für Servicekräfte in der Gastronomie oder auch für manche Pflegeberufe verschaffen und wenn dann zusätzlich das Modul „schriftlich“ absolviert wird, vielleicht sogar später, könnten sich damit weitere Berufswelten eröffnen.
Das wäre ein Erfolg für geordnete Migration, die aufgrund des demographischen Wandels nötig sei. „Andersherum muss die illegale Einwanderung gestoppt werden, damit wir unsere Integrationskraft für diejenigen einsetzen können, die wirklich Schutz brauchen oder arbeiten wollen“, erklärte Daniel Kölbl.
Das VHS-Team wirkte dankbar für den Besuch – denn so konnte es einmal mehr zeigen, welche Aufgaben an der Schule erfüllt werden. Rund 50 Integrations-Angebote gibt es, elf Sprachen werden gelehrt. Eine wichtige PR, denn wegen der desolaten Haushaltslage in Wedel werfen Spar-Füchse und -Fähen auch oft den Blick auf die Bildungseinrichtung an der ABC-Straße, insbesondere auf die wertvolle Immobilie in zentraler Lage. (Jörg Frenzel)







