Wedel bekommt eine Padelhalle!
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen führen zur Umplanung an den Elbcubes - neues Domizil für Trendsport statt Büroflächen im BusinessPark Elbufer
23. September 2026
Jörg Frenzel

padelhalle Entwurf
So soll der Anblick des neuen Ensembles von von der Elbe aus aussehen: Padelhalle links, Elbcube rechts. Grafik: Architekten Behrend Schaaf Guzielski
Homeoffice und schwache Konjunktur führten dazu, dass allein in Hamburg derzeit rund eine Million Quadratmeter Bürofläche leer stehen. Spätestens seit Corona müssen sich Investoren und Besitzer von Gewerbeimmobilien etwas einfallen lassen. Den Investoren der Elbcubes auf dem Gelände des ElbeBusinessparks in Wedel ist das geglückt. Sie wollen eine Padelhalle westlich des bisher einzigen Elbcubes errichten, dem urspünglich noch vier weitere folgen sollten. Der Planungsausschuss hat sich das neue Konzept vorstellen lassen. Ergebnis: erfreute bis euphorische Reaktionen aus der Politik.
Padel – das ist ein immer beliebter werdender Trendsport, eine Art Mischung aus Tennis und Squash. Es wird in Hallen gespielt – die Wände werden mitgenutzt. Man spielt im Doppel, zumindest in Wettbewerben. Die Schläger sind nicht bespannt, sondern bestehen aus einer gelochten Platte und sind etwas kleiner als beim Tennis. Die Bälle sind etwas flauer, damit sie nicht so springen.
Zwei Elbcubes weichen der Sporthalle

Die Padelhalle wird an der Grenze zum Vattenfall-Gelände ihren Platz finden.
Das soll in Wedel in einer eingeschossigen Holzskeletthalle passieren. Nach den Vorstellungen der Betreiber Matthias und Alexander Spiegel soll sie eine Fläche von rund 2.800 Quadratmetern bekommen und Platz für sieben Doppel-Courts, einen Einzel-Court plus Aufwärmbereich bieten. Natürlich dürfen in einer Sportstätte auch Sanitär- und Umkleideräume, ein Shop für Ausrüstung und ein Café zum Durstlöschen nach den Kraftanstrengungen nicht fehlen. Nach Süden zur Elbe hin wird eine Terrasse die Front öffnen – aufs Dach kommt eine PV-Anlage.
Obwohl in der Präsentation im Planungsausschuss von „keiner ausreichenden, erneuten Nachfrage für vier weitere Gebäude“ der Elbcubes die Rede ist, sind immer noch zwei weitere vorgesehen – und zwar rechts neben dem bestehenden Gebäude. Ergebnis: „Die charakterbildende Straßenansicht bleibt erhalten.“ Im Vergleich zur Ursprungsplanung werden also zwei Cubes durch die Padelhalle ersetzt. Zusätzlich soll ein Parkhaus errichtet werden.
Einzigartig im Hamburger Raum

Sie stellten das Projekt Padelhalle im Ausschuss vor: Viktoria Thiecke für den Investor und die Architekten Thomas Schaaf (links) und Justin Ben Behrend vom Büro Architektenpartner.
Viktoria Thiecke machte als Vertreterin des Investors den Politikerinnen und Politikern das Projekt schmackhaft. Obwohl die Präsentations-Technik im Ratssaal nicht funktionierte, hatte sie dabei eher leichtes Spiel. „Im Großraum Hamburg gibt es kein vergleichbares Angebot“, sagte sie. Wedel werde durch die Halle auch attraktiv für Auswärtige. In Hamburg müsste Padel entweder in umgebauten Tennishallen oder unter freiem Himmel gespielt werden – mit dieser ganz für Padel konzipierten Inhouse-Anlage wäre Wedel „absoluter Vorreiter“.
Dann ging alles ganz flott. „Macht Laune, wie Sie das vorgestellt haben“, sagte Gerrit Baars (SPD), der bekannte, eigentlich Volleyballspieler zu sein, sich aber das Ganze angucken zu wollen. Merlin Tschamper vom Jugendbeirat sagte, das Gremium habe sich immer schon so eine Anlage gewünscht, man sei „glücklich“. Dagmar Süß von den GRÜNEN: „Aus dem Bauch raus würde ich sagen, gute Idee.“ Der kräftigste Rückenwind kam aber von Johanna Bergstein (CDU): „Das ist ganz großartig. Ich spiele selbst Padel und meine Kinder auch.“ Sie steuerte gleich Vermarktungs-Ideen bei. Man könne After-Work-Spiele organisieren und Ladies Nights….

Zwei weitere Cubes sollen neben dem bestehenden (links) entstehen – wenn die Nachfrage stimmt.
Viktoria Thiecke erläuterte daraufhin, dass man gern mit Unternehmen in Kontakt trete, die Betriebssport anbieten wollen. Auch auf Vereine werde man zugehen, aber die Anlage sei für alle offen – eine extra Mitgliedschaft sei nicht notwendig. Man könne spontan kommen, auch ohne Kenntnisse.
Und auch die Stadtverwaltung zog kräftig mit. Karl-Heinz Grass, Leiter des Fachdienstes Stadt- und Landschaftsplanung im Wedeler Rathaus, stellte sogar auf eigene Initiative eine kleine Befreiung vom B-Plan in Aussicht. Eigentlich sei Handel im BusinessPark Elbufer nicht vorgesehen – aber für den zwölf Quadratmeter großen Shop mit Sportbedarf könne man sicherlich eine Ausnahme machen.
Fertigstellung schon in 2027?
Wenn jetzt die Baugenehmigung rasch folgt, kann schon in 2027 mit dem Projekt begonnen werden, dessen Investitionskosten nach Informationen von Wedel-Klartext im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen. Architekt Justin Ben Behrend: „Wenn alles gut läuft, sind wir dann Ende des Jahres fertig.“






