Tausendsassa auf Rollen, Rädern und Meer

Von Motorsport über Inline-Skaten bis zum Segeln: Wedels Mr. Sport, Gunter Kramer, lässt es langsam ruhiger angehen

Published15. Mai 2026

AuthorMichael Rahn

Ein schwarz-weiß-Bild mit zwei jungen Männern in einem Ford Capri mit der Nr. 5, gesponsert von Timm Racing Hamburg.

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Schöne Erinnerung an die Hamburger Rallyemeister 1972: Gunter Kramer (l.) und Hans-Jürgen Blöcker. Foto: privat

Wenn Gunter Kramer in Wedel durch die Straßen geht, findet er immer jemanden, mit dem er klönen kann. Und der gebürtige Altonaer hat stets viel zu erzählen, denn der Wahl-Wedeler hat in seinen 86 spannenden Jahren tolle Geschichten erlebt. Die meisten haben mit dem Sport zu tun und sämtliche mit einer Philosophie: „Ich bin ein Typ, der alles 100-prozentig macht.“

Wo anfangen in dieser Geschichte? Nehmen wir den Ford Capri Turbo, Erstzulassung im Feburuar 1977, Eigentümer von Anfang an Gunter Kramer. Dieses Fahrzeug ist äußeres Zeichen der einen Leidenschaft, und zwar der für den Motorsport. Angepiekst von seinem Schwiegervater, der als Fuhrunternehmer an Geschicklichkeitsturnieren teilnahm, versuchte sich auch Gunter Kramer am Lenkrad. Die Erfolge stellten sich schnell ein, darunter der Titel als Hamburger Rallyemeister.

ADAC ehrt Kramer mit Sportabzeichen in Gold mit Brillanten

Als erster Fahrer in Hamburg verlieh ihm dafür der ADAC das Sportabzeichen in Gold mit Brillanten. Noch wertvoller waren dem Wahl-Wedeler die Freundschaften mit Rallyegrößen wie Walter Röhrl. „Ein fantastischer Mensch. Als mein Mechaniker bei einem Wettbewerb ausfiel, hat Röhrl bei mir sogar die Reifen gewechselt“, erinnert sich Gunter Kramer.

Zwei Männer im Gespräch auf einer Automesse (Hintergrund)

Sie kennen und schätzen sich: der einzige deutsche Rallye-Weltmeister Walter Röhrl (l.) und Mr. Inline aus Wedel, Gunter Kramer. Beide lernten sich in den 70er-Jahren während ihrer aktiven Rennzeit kennen.

Ähnlich geschickt wie im Auto agierte Gunter Kramer beim Regattasegeln. Mutig war er ohnehin. Egal, ob als Fallschirmspringer, Paraglider oder Skifahrer, Gunter Kramer war immer flott dabei. Seinen besten Marathon lief er 1990 in Hamburg. Damals bewältigte er die 42,195 Kilometer lange Strecke in zwei Stunden, 48 Minuten und 20 Sekunden.

Mr. Inline leitet die 1. Skating-Schule Wedel

Schneller war er auf Inlinern. Die Marathon-Strecke bewältigte Gunter Kramer in einer Stunde und 26 Minuten. Auf die Rollen kam Kramer eher durch Zufall: Als er in einem Fitness-Studio in Rissen von einem jungen Mann angesprochen wurde „Können Sie Skaten?“, lieh sich der sportliche Wedeler bei seinem Freund Wolfgang Soukup in dessen Sportgeschäft die Inliner aus. „Da muss man nur das Bremsen anders lernen“, erinnert sich Kramer. Er beherrschte die Sportart innerhalb kurzer Zeit und wird seitdem „Mr. Inline“ in Wedel gerufen.

Was mit den ersten Skate-Schülern auf einem Parkplatz auf dem Gelände des heutigen Famila-Marktes begann, ist längst ein Erfolgsmodell geworden. Dank des großzügigen und sportlich interessierten Bürgermeisters Diethart Kahlert bekam Gunter Kramer für die 1996 gegründete 1. Inlineskating-Schule Wedel sogar Hallenzeiten. Mehrfach organisierte er den von vielen hundert Sportlern aus Norddeutschland besuchten Wedeler Inline-Cup.

Gemeinsamer Fernsehfilm mit Jan Fedder

Doch nicht nur beim Sport steht Gunter Kramer gern in der ersten Reihe. Sogar im Fernsehen durfte er ein paar Mal mitspielen, zum Beispiel als Komparse im Fernsehfilm „Ein Song für den Mörder“, bei dem 2010 Jan Fedder, Axel Milberg und Nina Petri die Hauptrollen spielten. Zudem führte Ingo Zamperoni ein langes Interview mit Mr. Inline, natürlich beim gemeinsamen Skaten am Elbdeich. Vielfach engagiert sich Kramer für sein geliebtes Wedel, unter anderem seit Gründung des Marketing-Vereins 2003. Mittlerweile ist er in dieser Organisation zum Ehrenmitglied ernannt worden.

 

Gunter Kramers Schmuckstück seit 1977: ein silbergrauer Ford Capri Turbo

Gunter Kramers Schmuckstück seit 1977: ein Ford Capri Turbo, den der langjährige Motorsportler jetzt verkaufen will. Foto: privat

So blickt der gelernte Schriftsetzer auf ein reiches Leben mit viel Freude zurück. Aber demnächst wird er „Heulen wie ein Schlosshund“. Denn Kramer wird seinen geliebten Ford Capri Turbo verkaufen. Was ihm aber ewig bleibt und keiner nehmen kann, sind die Erinnerungen an tolle Rallyefahrten mit seiner geliebten Frau Gisela und die Begegnungen mit Freunden wie Wolfgang Soukup, Walter Röhrl und den vielen Menschen, die ihn auf dem sportlichen Weg zum Teil seit Jahrzehnten begleiten.

 

 

 

 

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