„Ich taufe dich auf den Namen ‚Klaar Kimming‘!“

Neues Motorrettungsboot der DLRG Wedel jetzt offiziell im Einsatz – 160 Gäste feierten gemeinsam mit den Wasserretterinnen und Wasserrettern.

Published30. Mai 2026

AuthorJörg Frenzel

DLRG Taufe Klaar Kimming 2026 (49)

Stilecht mit Sekt taufte Ute Schulte-Bracksiek das neue Einsatzfahrzeug.

Was für ein prächtiger Tag für die DLRG Wedel! Die Ortsgruppe hat ein neues Einsatzfahrzeug taufen können. Ute Schulte-Bracksiek gab dem Hightech-Aluminium-Flitzer im Hamburger Yachthafen den Namen „Klaar Kimming“. Frau Schulte-Bracksiek widerfuhr diese Ehre, weil sie der Wedeler DLRG seit Jahren freundschaftlich verbunden ist. Sie wünscht dem Boot und seiner Besatzung: „Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“

Wedels DLRG-Vorsitzender Philip Stockhusen: Das Wichtigste fürs Boot sind die Menschen, die es bedienen.

Diesen Wunsch hörten die DLRG-Aktiven noch von vielen aus dem 160 Personen starken Gästekreis, der sich bei stahlblauem Himmel zusammenfand. Vorsitzender Philip Stockhusen empfing unter anderem André Tschirner, den Präsidenten des DLRG-Landesverbandes, die Landtagsabgeordneten Thomas Hölck und Martin Balasus, Stadtpräsident Julian Fresch, Vertreter des Kreises, des DLRG-Bundesverbandes, viele, viele Freunde aus anderen DLRG-Gliederungen, von Feuerwehren und der Polizei, Sponsoren und Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto.

„Patienten können besser gesichert werden“

Das neue Boot war längst überfällig, denn die Anforderungen an die Wasserrettung auf der Unterelbe haben sich in den letzten Jahren verändert – die Einsatzlagen sind schwieriger geworden. Sie waren mit dem Vorgängerboot – ebenfalls eine „Klaar Kimming“ – beim besten Willen nicht mehr zu erfüllen. Und reparaturanfällig war es überdies. „Das alte Boot aus dem Baujahr 1998 stieß an seine Grenzen. Das neue Boot bietet unter anderem einen besseren Einstieg, Patienten können besser gesichert werden, es gibt Witterungsschutz für Einsatzkräfte und Personal“, stellte Philip Stockhusen das Boot vor. Mehr: Zwei Inborder-Diesel mit jeweils 292 PS bringen das Schiff per Jet-Antrieb auf ein Spitzentempo von 35 Knoten, macht knapp 65 Kilometer pro Stunde.  Der 10,50 Meter lange Alu-Rumpf ist robust und fährt mit einem Tiefgang von nur 60 Zentimetern auch hervorragend in Flachwasserzonen.

Aber das beste Boot taugt nichts ohne gute Crew. Darauf wies der Vorsitzende explizit hin und lobte die Aktiven „seiner“ Wedeler Ortsgruppe für Fleiß, Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein. „Ihr seid der Grund, weshalb das Boot Bedeutung hat. Ihr sorgt damit für ein Stück mehr Sicherheit auf dem Wasser vor Wedel.“

Wasserrettungs-Auftrag der Stadt hätte 100.000 Euro beschert

André Tschirner, Präsident des DLRG-Landesverbandes ergänzte zu seinen guten Wünschen für eine stets heile Heimkehr von Boot und Besatzung auch noch die Dringlichkeit, dass die Stadt Wedel die Ortsgruppe mit der Wasserrettung offiziell beauftragt.

Rund 600.000 Euro hat die neue „Klaar Kimming gekostet“ – es gab Zuschüsse der Stadt und von der Bundes-DLRG, aber das meiste mussten die Wedeler Retterinnen und Retter selbst aufbringen. Erschwert wurde diese Eigeninitiative durch die Verwaltung der Stadt Wedel. Sie weigert sich seit Jahren der DLRG das zu geben, was Elmshorn, Kiel, Lübeck, Mölln, Ratzeburg und andere Städte schon lange haben: Die Beauftragung der Kommune zur Wasserrettung. Das kostet die Stadt kein Geld und auch die Feuerwehr der hat keine Nachteile davon. Rund 100.000 Euro hätte die DLRG nach Informationen von Wedel-Klartext weniger von Privatleuten sammeln müssen, da mit der Beauftragung auch Landesmittel hätten beantragt werden können. Landespräsident Tschirner winkte in seiner Rede deshalb noch einmal mit dem Zaunpfahl Richtung Bürgermeisterin – sagte aber auch, dass man jetzt auf einem guten Weg sei, dass dieser formale Verwaltungsakt vollzogen werde.

Die „Klaar Kimming“ läuft nach einer kleinen Probefahrt wieder in den Hafen ein – danach gibt’s für die Besatzung Grillwürstchen und Getränke. Foto: Leuschner/DLRG

Die DLRG Wedel ist insbesondere an Wochenenden von Mai bis Oktober ehrenamtlich auf dem Wasser präsent, da dann die Rettungswache am Strandbad besetzt ist, und natürlich auch in Notfällen von der Landesgrenze bis etwa Haseldorf. In diesem Jahr feiert der Ortsverband sein 90-jähriges Bestehen. Die alte „Klaar Kimming“ steht übrigens zum Verkauf.

 

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