Es ist wieder Boots-Saison!

Das erste Kranwochenende im Hamburger Yachthafen hat begonnen - alle freuen sich auf Wassersport-Spaß

Published14. März 2026

AuthorJörg Frenzel

Schwerer Pott hängt in den Seilen: Bei der steifen Brise waren einige Hände notwendig, die Boote nicht schlingern zu lassen.

HYG Kranen Mä (3)

Schwerer Pott hängt in den Seilen: Bei der steifen Brise waren einige Hände notwendig, die Boote nicht schlingern zu lassen.

„Luise“ war die erste. Das Segelboot von Dr. Stephan Lunau ging Freitag gleich morgens um 8 Uhr zu Wasser – die Saison im Hamburger Yachthafen ist eröffnet!

Das war gar keine so leichte Sache für Kay Sörensen, den Hafenmeister Mitte und unumstrittenen Magier des Boots- Krans, sowie seine Hafenmeister-Kollegen Sven Nagel von der West- und Florian Winter von der Ost-Anlage und das gesamte Team. Denn der kalte Wind blies stramm mit fünf Beaufort und mehr aus Süd – und die großen Yachten  boten ihm reichlich Angriffsfläche. Da gerieten die schwebenden Schiffe ganz schön ins Schlingern und die Truppe musste sich ordentlich in die Halte-Taue hängen, damit die Sache nicht gefährlich ausartete. Aber als Kran-Magier hat man so seine Tricks: Kay Sörensen ließ die schwimmenden Schätze so weit wie möglich windabgedeckt hinter Containern und der Plattform des alten Krans und nur eben über den Steinschüttungen hinweg Richtung Wasser fliegen. Souverän bugsierte er mit feinfühligen Fingern an der Joystick-Fernsteuerung des Krans die schweren Pötte in nur wenigen Zentimetern Entfernung um eine Betonecke herum – und sicher ins Hafenbecken.

Gut erholt aus dem Winter zurück - für eine dynamische Sommersaison: die Hafen-Crew des Hamburger Yachthafens.

Gut erholt aus dem Winter zurück – für eine dynamische Sommersaison: die Hafen-Crew des Hamburger Yachthafens.

Zumindest in technischer Hinsicht wurde es zu Saisonbeginn für Kay Sörensen ein bisschen komfortabler. Denn er bekam für den Kran eine neue Traverse, die der Kranbauer Vetter nach seinen Wünschen konstruiert hatte – und die per Hersteller-Schuld dokumentiert jetzt „Sörensen-Traverse“ heißt und auch gleich ins Veddersche Angebotsprogramm aufgenommen wurde. Sie ist so gebaut, dass sie mehrere Funktionen vereint, sodass nicht wie früher Gerätschaften je nach Bootsbauweise ausgetauscht werden müssen. Das spart Zeit – jetzt geht es noch flotter.

Neu an Deck: Florian Winter ist der neue Hafenmeister der Ostanlage.

Neu an Deck: Florian Winter ist der neue Hafenmeister der Ostanlage.

Apropos Kran. Der derzeit genutzte Baukran ist wohl das letzte Mal als Provisorium im Einsatz. Denn die Stadt hat den Bauantrag für eine neue Kranplattform genehmigt, Sandschützungen als Grundlage sind schon aufgebracht, jetzt muss sich der Boden mit Torfschichten ein bisschen setzen. Dann werden acht Gründungspfähle 20 Meter tief in den Untergrund gerammt, eine neue Betonplatte gegossen und der neue Kran aufmontiert. Er soll schon beim Herausholen der Boote im Herbst im Einsatz sein.

Außer der Hafen-Crew haben auch externe Kräfte eine Menge zu tun. Beispielsweise sind Elektriker im Einsatz, da der Eisganz Stromleitungen blank gescheuert hat. Nun wird repariert, damit es mit der jährlichen VDE-Abnahme auch wieder klappt.

Gerhard Gehrke (links) und Timo Schmidt vor den Bauplänen des neuen Kran-Standortes.

Gerhard Gehrke (links) und Timo Schmidt vor den Bauplänen des neuen Kran-Standortes.

Doch nicht nur draußen ist kräftig zu tun. Auch das Management kann sich über Langeweile nicht beschweren. Im Büro brütete  Geschäftsführer Timo Schmidt gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Gerhard Gehrke über Papieren, um die nächste Vereinsversammlung vorzubereiten. Und ganz nebenbei befüllt auch noch den neuen Newsletter der Yachthafengemeinschaft, mit dem sich die Seeleute auf dem Laufenden halten lassen können. Übrigens: Auch alle maritimen Fans ohne Boot können sich dort anmelden.

Langeweile vorbei: Stefan Pabst von yachtprofi.de hat gute Laune, weil er wieder den Skippern zur Seite stehen kann, die ihre Boote saisonfit machen.

Langeweile vorbei: Stefan Pabst von yachtprofi.de hat gute Laune, weil er wieder den Skippern zur Seite stehen kann, die ihre Boote saisonfit machen.

Das Ende der Winterpause freut nicht nur die Schipper, sondern auch alle, die ihnen mit Rat, Tat, Dienstleistungen und Produkten zur Seite stehen. Stefan Pabst und Jan Knütel von Yachtprofi.de (Anzeige) beispielsweise hatten ein öden Winter. „Es war einfach zu kalt. Die Leute haben in den Hallen merklich weniger an den Booten gearbeitet und draußen ohnehin nicht“, sagte Stefan Pabst. Während in milden Wintern die Eignerinnen und Eigner von Booten in den Laden kommen, um Ersatzteile, Pflegemittel, Werkzeug und dergleichen zu ordern, standen sich im vorigen Winter die beiden Yachtprofis oft die Beine in den Bauch. Das wird jetzt sicherlich wieder quirliger werden.

Auch das Eröffnungsdatum der von Stefan Pabst und Jan Knütel betriebenen Tankstelle im Hafen steht schon fest. Ab dem 1. April gibt’s wieder Sprit – für Super-Benzin ist es der einzige Ort an der Unterelbe. Und zu welchem Preis? Stefan Pabst: „Bei aller Liebe – das kann man nun wirklich noch nicht sagen.“

 

 

 

 

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