Der Kran heißt „Tiger“

Krantaufe war offizieller Höhepunkt des Hamburger Yachthafenfestes.

Published6. September 2026

AuthorJörg Frenzel

Mädchen und Frau gießen Sekt aus einer Flasche über einen Kranhaken

HYG Krantaufe 1(1)

Zwei starke Frauen tauften das starke Stück Technik: Nachwuchsseglerin Lisa von Kran und Staatssekretärin Stefanie von Berg.

Seezeug war die richtige Bekleidung beim großen Hamburger Yachthafenfest. Teils schüttete es wie aus Eimern, aber zum Glück gab es auch sonnig-goldene Momente. Und genau einen von diesen nutzten ein Mädchen und eine Frau für eine glücksbringende Aktivität. Die zwölf Jahre alte Lisa von Kran, hoffungsvolles Segeltalent, und Dr. Stefanie von Berg, Staatsrätin in der Hamburger Umweltbehörde, tauften den neuen Bootskran im größten tideunabhängigen Wassersporthafen Nordeuropas. Nachdem sie eine Buddel Crement auf dem Wunderwerk der Technik ausgegossen hatten, heißt er nun „Tiger“.

Komischer Name für einen Kran? Wenn man die Umstände seiner Entstehung kennt, nicht. Als der alte Kran wegen Statikproblemen der Plattform verschwinden musste, gaben Timo Schmidt, Geschäftsführer der Hamburger Yachthafengemeinschaft, und Gerhard Gehrke, Vize-Vorsitzender der aus rund 50 Vereinen bestehenden Yachthafengemeinschaft Gas, um für Ersatz zu sorgen. Um umständliche Buchstabenkombinationen der Projektbezeichung zu vermeiden, nutzten sie Silben ihrer Vornamen Timo und Gerhard. Andersherum wäre es ein bisschen albern gewesen, denn wer nennt einen Kraftprotz, der 25 Tonnen heben kann, schon „Gerti“?

Nach geglückter Namensgebung versammelten sich alle wichtigen Akteure zum Erinnerungsfoto – und hunderte Gäste guckten zu.

Vor der Taufzeremonie wurden die Festreden – zum Glück! – in einer Bootshalle gehalten. Vertreterinnen und Vertreter  von Seglerverbänden, dem Hamburger Sportbund, der Stadt Wedel und die Staatsrätin lobten alle das Engagement der Yachthafengemeinschaft und wiesen auf die Bedeutung der Wassersportanlage für die Unterelbe hin. Den Punkt aber traf das „Tiger“-Team in seiner dialogartigen Rede für das Projekt, das nach nur 825 Tagen erfolgreich abgeschlossen werden konnte: „Manchmal wird gesagt, in Deutschland dauert alles lange. Heute können wir sagen: Es kann auch schnell gehen in Deutschland – wenn viele Menschen gemeinsam anpacken, Verantwortung übernehmen und ein Ziel vor Augen haben. Diese Krananlage ist deshalb weit mehr als Stahl, Beton, Technik und Farbe: Sie ist ein Zeichen für Zusammenhalt. Sie ist ein Zeichen für Vertrauen. Sie ist ein Zeichen für die Zukunft unseres Hafens. Sie wird in den kommenden Jahrzehnten tausende Boote heben, Saisons eröffnen, Winterlager ermöglichen und Wassersportlerinnen und Wassersportlern den Zugang zum Wasser sichern. Und sie steht hier nicht für ein einzelnes Jahr, sondern für Generationen.“

HYG Kran

Nur wenige Wochen zuvor war das Hebewerk montiert worden.

Gut gelaunt konnte dann das Hafenfest weitergefeiert werden. Flohmarkt, Opti-Regatten mit am Ende pitschnassen Kids, ein Konzert von „Just for fun“, Info-Stände von Unternehmen aus der Wassersportbranche und nicht zuletzt Erfrischungsgetränke und „Backen und Banken“ beendeten die Sommersaison, am heutigen Sonntag klingt das Fest aus.

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