Den einst leuchtenden Lost Place an der Elbe erleben
Naturschützer öffnen einmal im Jahr den Weg zum Leuchtfeuer Juelssand
7. August 2026
Michael Rahn

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So sehen ihn die Schipper auf der Elbe: Der Leuchtturm "Juelssand". Foto_ Frenzel
Für Segler von und nach Wedel-Schulau ist dieser Turm eine wichtige Landmarke nahe dem Hafen. Er sieht aus wie eine kleine Kapelle, ist ganz in weiß getücht und liegt an der Elbe direkt vor der Zufahrt zum Haseldorfer Hafen. Bis 2010, also fast 125 Jahre, sandte das Leuchtfeuer mit der Bezeichnung Juelssand (oder auch Julssand) seine Strahlen über den Fluss. Doch jetzt ist die Rundumverglasung des Leuchtfeuers abgedeckt, und die Kapitäne orientieren sich zumeist digital.
Und doch zieht so ein verlorener Ort, in moderner Sprache Lost Place genannt, viele Menschen an. Aber nur einmal im Jahr dürfen sich neugierige Leuchtturm-Freunde diesem geschichtsträchtigen Haus an der Elbe nähern. Zumeist im August führen Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) und der Integrierten Station Unterelbe im Elbmarschenhaus, das auch von Wedel-Marketing mitfinanziert wird, mehrere Gruppen bis an das Leuchtfeuer Juelssand heran. Allein darf niemand das bedeutende Rats- und Brutgebiet für Vögel betreten, denn der Leuchtturm liegt mitten im Naturschutzgebiet Haseldorfer Binnenelbe und Elbvorland.
Die Führung beginnt am Sonnabend, 22. August, um 10 Uhr
Am Sonnabend, 22. August, 10 Uhr, ist es wieder soweit. Dann öffnen sich die Tore für den wunderbaren Lebensraum am Wasser. Zwei Treffpunkte sind für diesen Spaziergang festgelegt: direkt am Hof Hetlinger Schanze. Bis dorthin dürfen Autos fahren. Und am Elbdeich vor dem Zugang zum Twielenflether Sand, wo Radfahrer und Fußgänger hingelangen.

So nah kommen Leuchtturm- und Naturfreunde dem ehemaligen Leuchtfeuer Juelssand an der Elbe nur einmal im Jahr. Foto: Rahn
Bei diesem Naturspaziergang erfahren die Gäste, zumeist sind es ein paar hundert, Informatives, Lustiges und Spannendes. Da wird der große Dachsbau, der in der Nähe an einer ehemaligen Hauswarft liegt, bestaunt. Da zeigen die Natur- und Tierschützer, wo der Adler kreist und der im Streit um die Elbvertiefungen so bedeutende Schierlingswasserfenchel wächst. Die Wanderung dauert etwa vier Stunden und ist insgesamt etwa zehn Kilometer lang. Darum ist eine gute Kondition notwendig.
Leuchtfeuer ist 1896 errichtet worden
Das kirchenförmige Gebäude ist 1896 errichtet worden. Bis zum 11. Januar 2010 war es das älteste in Betrieb befindliche Leuchtfeuer an der Unterelbe. Dann schaltete die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes das Feuer endgültig ab. Das Bauwerk markiert für die Schifffahrt die Einfahrt zum Dwarsloch und Haseldorfer Hafen.
Das Leuchtfeuer ist im privaten Besitz eines Hamburger Sammlers. Vergebens hatte er nach dem Kauf auf eine Zufahrt für Baufahrzeuge durchs Naturschutzgebiet gestritten. Doch es blieb dabei, dass der Zutritt nur vom Fluss aus das ganze Jahr über möglich ist. Jetzt sind alle Fenster und Türen verrammelt und verriegelt, und der Traum von einigen Handwerkern aus der Region, das Gebäude herzurichten, bleibt ein Traum.






