Das Naturjuwel im Regionalpark Wedeler Au
Mindestens 120 Jahre alte Weidenallee an der Elbe in Hetlingen birgt viele Schätze
27. September 2026
Michael Rahn

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Andrea Keller (l.), Geschäftsführerin des Regionalparks Wedeler Au, und Frank Schoppa (r.), Vorsitzender des Fördervereins Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland leiteten die erste Führung durch die mindestens 120 Jahre alte Wedenallee.
Wer von Wedel aus über den Elbdeich bis Hetlingen wandert, kann einen kleinen Schatz entdecken. Etwa 150 Meter hinter dem Deich zieht sich eine Reihe von Bäumen fast schnurgerade durch die Landschaft. Die alte Weidenallee war mehr als 20 Jahre fast vergessen und so zu einem Naturparadies verwachsen.
Jetzt ist die alte Weidenallee in Hetlingen wieder erlebbar. Die ersten 30 Meter mit den mindestens 120 Jahre alten Bäumen sind offen. Eine Holzbank, vornehmlich finanziert aus Mittel der Aktivregion Pinneberger Marsch und Geest, lädt dort zum Verweilen und Genießen des Augen-Blicks ein. Außerdem werden künftig Führungen über die 600 Meter lange Allee organisiert.
Einst der Weg von Hetlinger nach Wedel
Vor vier Jahren war das Teilstück des Fährdamms, der einst Julssand die Gehöfte Hetlinger Schanze, Giesensand und Fährmannssand bis nach Wedel hin verband, wieder in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Andrea Keller, Geschäftsführer des Regionalparks Wedeler Au, gab dafür unbewusst die Initialzündung. Sie hatte damals für die Neupflanzung von Kopfweiden geworben. Doch in Hetlingen gab es so eine Allee, verborgen hinter wildem Grün nahe dem Heuhafen.

Die wild wachsenden Kopfweiden an der Allee formen wunderbare Formen wie dieses Herz.
Kurioserweise war das Grundstück herrenlos. Die Gemeinde beantragte daraufhin, den Weg vom Land, das für solche Flächen zuständig ist, zu kaufen. Für 500 Euro konnte das Grundstück erworben werden. Gemeinsam entwickelten Vertreter des Regionalparks, des Fördervereins Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland sowie des Elbmarschenhauses ein Konzept, wie die Allee künftig gepflegt und besucht werden kann.
Baumexperte Uwe Thomsen unterstützt bei der Bewahrung der alten Allee
Vor allem der Baumschnitt ist dringend notwendig, denn die Kopfweiden waren mindestens 20 Jahre lang nicht geschnitten worden. Das Problem: Die immer kräftigeren Zweige zerreißen den Baumstamm. Einige Bäume sind auch nicht mehr zu retten. Deshalb zog der Pinneberger Baumexperte Uwe Thomsen aus Weidentrieben der Allee neue Stecklinge aus dem Erbgut der alten Allee. Zudem werden auch Weißdorn und andere Pflanzen, die in diesen Lebensraum passen, weiterhin die Lücken füllen.
Die Weidenallee ist ein einzigartiges Biotop. Allein rund 400 Käferarten, darunter viele bedrohte, finden zwischen den rund 150 Weiden Nahrung. Das ist eines von vielen Ergebnissen, die Gutachter herausgefunden haben. Die Stiftung Lebensraum Elbe und das Land Schleswig-Holstein finanzierten diese Untersuchungen. Über diese und viele andere Geschichten und Fakten berichtete Frank Schoppa während der ersten Führung. Wer sich einer Führung anschließen oder mit einer Gruppe kommen will, der meldet sich am besten im Elbmarschenhaus in Haseldorf oder unter info@regionalpark-wedeler-au.de.
Wer geduldig ist, wird einen Film über die Weidenallee demnächst auch im digitalen Museum der Pinneberger Elbmarschen entdecken. Die Dreharbeiten liefen während der ersten Führung Mitte September.







