Basketball: Freude bei den Rist-Damen – Klassenerhalt auf dem Sofa

Weil ein Konkurrent nicht mehr für die neue Saison meldete, dürfen die eigentlich abgestiegenen Wedelerinnen auch künftig in Deutschlands dritthöchster Spielklasse auf Korbjagd gehen.

Published31. Mai 2026

AuthorUwe Heitmann

Klatschende Basketballerinnen

SC Rist Wedel 1. Damen Applaus Manningeaux(1)

Klassenerhalt! Das ist doch schon mal einen Applaus wert. Foto: Manningeaux

Im Sport gibt es kaum etwas Schöneres als unverhoffte Erfolge. Über einen solchen durften sich jetzt die 1. Basketball-Damen des SC Rist (SCR) freuen: Sie werden auch in der kommenden Saison in der 1. Regionalliga an den Start gehen – und das, obwohl sie sportlich eigentlich abgestiegen waren. Der „Klassenerhalt auf dem Sofa“ sorgte denn auch für große Erleichterung im Wedeler Lager. „Wir sind wirklich froh“, räumte SCR-Vorsitzende Andrea Koschek in einer Pressemitteilung freimütig ein.

Bis zum Aufatmen hatten die Wedelerinnen allerdings lange zittern müssen. Vor gut zwei Monaten, am 21. März, hatten sie die Saison mit einer 57:63-Niederlage gegen den ASC 46 Göttingen beendet. Diese Pleite – die sechste in Serie nach dem letzten Sieg Ende Januar – bedeutete am Ende bei zehn Punkten Rang acht in der Tabelle. Dieser hätte eigentlich den Abstieg bedeutet.

Freude über Wolfenbütteler Verzicht

Doch dann kamen den Risterinnen Probleme eines anderen Teams zu Hilfe. Der MTV/BG Wolfenbüttel, der eigentlich auf Platz 6 eingelaufen war, verzichtete für die kommende Saison auf eine erneute Meldung für die 1. Regionalliga. In der Folge wurde das Team auf den zehnten und damit letzten Platz gesetzt. Der SC Rist rückte einen Rang nach oben – und der Verband gab bekannt, dass die Wedelerinnen auch 2026/27 in Deutschlands dritthöchster Spielklasse an den Start gehen dürfen.

Klar, dass diese Wendung für Freude im Team und bei SCR-Chefin Koschek sorgte. Die Vorsitzende hatte nach eigenem Bekunden im Angesicht des eigentlichen Abstiegs sogar „zuvor auch schon einen Wildcard-Antrag gestellt“. Aufgrund des Verzichts der Wolfenbütteler Damen musste der Verband darüber jetzt aber nicht mehr entscheiden.

2. Damen künftig in der Oberliga

In eigener Sache vermeldet der Club allerdings auch einen Rückzug. Die 2. Damen aus Wedel werden in der kommenden Saison nicht mehr in der 2. Regionalliga an den Start gehen – obwohl sie den Klassenerhalt eigentlich geschafft hatten. Zwölf Punkte und Rang acht hatten am Ende zu Buche gestanden, was in dieser Klasse für den Verbleib gereicht hätte. Doch man entschied sich für eine Meldung in der nächsttieferen Oberliga Hamburg. „In dieser Spielkasse sehen wir gerade für unsere jüngeren Spielerinnen die besseren Entwicklungsmöglichkeiten“, erklärte Koschek den freiwilligen Abstieg.

Ein Hintergrund für die Entscheidung ist nach ihren Angaben auch die Kooperation mit den Veolia Towers Hamburg, mit denen der SCR seit einem Jahr auch im weiblichen Bereich zusammenarbeitet. Zukünftig sollen Nachwuchsspielerinnen der „Türme“ bei den 2. Damen aus Wedel auch schon im Erwachsenenbereich Spielpraxis sammeln – „und dafür ist die Oberliga die bessere Liga“, sagte Andrea Koschek. Das U18-Team der Towers peilt übrigens die  Teilnahme an der Weiblichen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) an. Am Wochenende 20./21. Juni kämpfen die Juniorinnen bei einem Qualifikationsturnier um ein Ticket für Deutschlands höchste Nachwuchsspielklasse. In einer Fünfergruppe müssen sie mindestens Zweite werden – dann wäre der Sprung nach oben geschafft.

 

 

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