Anpfiff für Inklusion im Elbestadion
„Kids United“ kickt beim 2. Wedeler Inklusionsturnier Barrieren weg
21. September 2026
Wolf-Robert Danehl

Inklusionsturnier Wedel_danehl (1)
"Kids United": Das Wedeler TSV Inklusionsteam - 20 Mädchen und Jungen - feierten Siege und die Gemeinschaft mit anderen Teams beim 2.Wedeler Inklusionturnier. Fotos: danehl/Kommunikateam
Beim 2. Wedeler Inklusionsturnier zeigten rund 20 Mädchen und Jungen mit und ohne Beeinträchtigung, wie Fußball Gemeinschaft stiftet. Klar wird damit auch, warum der Wedeler TSV damit ein Leuchtturm-Projekt in Norddeutschland vorantreibt.
Der Anpfiff im Elbestadion ertönt, und sofort ist die Meute los. Mit flinken Füßen dribbeln die jungen Kicker über das verkleinerte Feld, ein geschickter Lupfer hier, eine Bananenflanke da – und mit großer Wucht schießt ein in grün-weißem Trikot gekleideter Junge die „Pille“ aufs Tor. Der Keeper streckt sich und fischt das Ding spektakulär aus dem Winkel. Die begleitenden Eltern sehen zu, wie mit großer Leidenschaft um jeden Ball gekämpft wird.
Von außen betrachtet ein ganz normales Spiel, wie es jede Woche auf Bolz- und Rasenplätzen in Deutschland läuft. Doch bei diesem Turnier im Wedeler Elbestadion (Bekstraße 22) ging es um mehr als nur Tore: Fünf Vereine mit insgesamt drei Kinder- und drei Jugendteams traten am Samstag, 12. September, beim 2. Wedeler-TSV-Kinder- und Jugend-Fußballturnier an – und stellten damit Inklusion, Fairplay und Gemeinschaft in den Mittelpunkt.
Teams aus der Region – und aus Rostock sowie Hamburg
Dabei waren Mannschaften aus dem Kreis Pinneberg (Wedeler TSV, SC Egenbüttel, SC Pinneberg) sowie Gäste von Hansa Rostock und dem Eimsbütteler TV. Gespielt wurde ohne Abseits und im Modus 6 plus 1 auf kleinerem Feld – eine Regel, die das Spiel flüssig hält und allen Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen gibt. Die Schiedsrichter Hager Ferchichi und Vincent Bovi-Nanu leiteten die Partien mit Fingerspitzengefühl und Augenmaß.
- Hier werden Schiedsrichter noch umarmt und respektiert: Vincent Bovi-Nanu (l.) und Hager Ferchichi.
- Mit viel Engagement wurde gespielt und gejubelt – wie die großen Idole.
- Willi, das Wedeler Maskottchen, mischte sich unter die Mannschaften.
„Kids United“: Ein Team, das zusammenhält
Im Zentrum steht die Inklusionsfußballmannschaft des Wedeler TSV: „KIDS UNITES – Fußball Inklusiv“. Rund 20 Kinder und Jugendliche – Mädchen und Jungen, von denen zwölf eine Beeinträchtigung haben – bilden das Herzstück des Teams, das etwa viermal im Jahr an Inklusionsturnieren teilnimmt. Verantwortlich zeichnen die Trainer Jasper Jödicke und Nick Dräger; Initiatorin und Inklusionskoordinatorin ist Cheril von Barsewisch.
Zu den Spielerinnen und Spielern zählen unter anderem Ben, Leandro, Momo, Kingsley, Muaz, Kerem, Tobias, Fynn, Fabian, Kiana Sue, Lena, Paul, Zohal, Basti, Jonte, Luis, Luka sowie Valentin, Alma, Carl und Nordwin (die drei Letztgenannten waren am Turniertag nicht dabei).
„Es geht um Chancengleichheit“
„Alle reden über Chancengleichheit und Inklusion, aber ich wollte das zusammen mit meinen jungen Trainern Jasper Jödicke und Nick Dräger umsetzen – und die Verantwortlichen im Wedeler TSV haben uns das machen lassen“, sagt Cheril von Barsewisch, selbst Mutter eines Kindes mit Trisomie 21 und ehemalige Leistungssportlerin, die heute auch als Resilienztrainerin und Yogalehrerin arbeitet.
„Mittlerweile spielen Jungen und ein Mädchen in der Mannschaft, von denen zwölf Beeinträchtigungen haben.“ Dabei stehe nicht der Sieg im Vordergrund, „sondern vielmehr die Teilhabe, der Abbau von Barrieren und das Gemeinschaftsgefühl. Die Akteure wollen allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, Teil einer Gemeinschaft zu sein und dazuzugehören“, betont Barsewisch.
Ausblick: Fußball als Motor für Inklusion
Der Wedeler TSV ist mit „Kids United“ auf einem guten Weg: Ein Verein, der zeigt, dass sich alle Kinder und Jugendlichen als Teil einer Gemeinschaft fühlen und zusammenhalten können – und dass der Fußballsport hier tatsächlich Motor für Inklusion sein kann.









