An Nachwuchs kein Mangel und immer noch kein Auftrag der Stadt zur Wasserrettung
Vorstand der DLRG Wedel berichtet auf Jahreshauptversammlung von Licht und Schatten.
12. Mai 2026
Ulrich Bohling

DLRG JHV 2026_Ehrungen 2_Bohling
Sie engagieren sich seit Jahren für die Wedeler DLRG - und wurden dafür ausgezeichnet. Foto: Bohling
Zumindest die steigenden Zahlen bei neuen Mitgliedern machen Mut: Auf der Hauptversammlung im Ernst-Barlach-Saal informierte Philip Stockhusen, Vorsitzender der DLRG Wedel, Mitglieder, Gäste und Öffentlichkeit über die Ergebnisse des zurückliegenden Jahres, den aktuellen Stand der Dinge und gab Einblicke in die Planung für kommende Jahre des Vereins. Darüber hinaus stand die Wahl zu verschiedenen Vorstandspositionen und die Ehrung langjähriger Mitglieder auf dem Programm.
Mitgliederzahl in zehn Jahren verdoppelt
Sichtlich zufrieden sei die Entwicklung bei den Neuzugängen, so Stockhusen, Nachwuchsprobleme habe man keine. In den letzten zehn Jahren habe sich die Zahl der Aktiven und Unterstützer von 416 auf 835 nahezu verdoppelt. Der Ausbildungs- und Einsatzbetrieb sei durchgehend gesichert, und der Verein erfahre durch seine Mitglieder eine hohe Unterstützung. Gerade junge Leute seien sehr aktiv und interessiert an den Aufgaben des Lebensrettungsdienstes. Allerdings sei die Nachfrage seitens Bundesfreiwilligendienstleistender eher gering. Für das Jahr 2028 hoffe man bei den Mitgliederzahlen, die Tausender-Grenze knacken zu können.
Mangelhaft sehe es allerdings immer noch bei der formellen Beauftragung zur Wasserrettung durch die Stadt Wedel aus. Seit 2022 bemüht sich die Organisation bei der Verwaltung um diese Einstufung. Denn sie brächte der Ortsgruppe deutliche Vorteile, die die Kommune noch nicht einmal etwas kosten würden. Mit der Beauftragung erhalte die Wedeler DLRG Zugang zu Fördermitteln des Landes und des Kreises. Für die Ausstattung des neuen Boots beispielsweise hat der Kreis Pinneberg laut DLRG Zuschüsse abgelehnt, weil diese Beauftragung fehle.
Keine Konkurrenz zur Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr ist in Wedel derartig beauftragt, aber auch sie hätte keine Einschränkungen, wenn es auch die DLRG zusätzlich wäre, so Jochen Möller, ehemaliger DLRG-Chef in Wedel und der Landes-DLRG. Möller betonte im Gespräch mit Wedel-Klartext die an sich gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dankte nochmals für einen 55.000-Euro-Zuschuss für das neue Einsatzboot. Er gab an, dass die Stadt haftungsrechtliche Fragen nicht klar genug durch das Land geregelt sehe, wollte dazu jedoch keine Wertung abgeben.
Diese Zurückhaltung mag darin begründet sein, dass die Lebensrealität in anderen Kommunen anders aussieht, weil dort offenbar diese Bedenken nicht geteilt werden. Elmshorn, Kiel, Lübeck, Mölln, Ratzeburg und andere Städte haben ihren DLRG-Gruppen jenen Wunsch erfüllt, den die Wedeler seit Jahren vortragen. Unterstützt wurde dieses Ansinnen auf der Hauptversammmlung zudem von André Tschirner, amtierender Präsident des Landesverband der DLRG Schleswig-Holstein. Überdies wies er in seiner Rede eindringlich auf den wichtigen Erhalt des Schwimmunterrichts gerade für Kinder und Jugendliche in der BADEBUCHT hin – gerade angesichts der momentanen Schwierigkeiten und Aussichten des Umbaus.

Dank aus Berlin – der Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl zu Besuch bei der Wedeler DLRG.
Politik hörte Wünsche
Unter den Gästen waren Vertreter aller Ratsparteien. Sie haben die DLRG-Wünsche erneut vernommen, nachdem sie in ihren Grußworten alle „volle Unterstützung“ für die DLRG-Wedel zugesagt hatten. Ebenfalls dabei: Daniel Kölbl, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter der CDU für den Kreis Pinneberg. Dass er möchte, dass es auf Elbe möglichst sicher zugeht, überrascht nicht. Denn er ist ordentliches Mitglied im Bundesverkehrsausschuss – die „Seeschiffahrtsstraße“ Elbe somit einer seiner ureigensten Verantwortungsbereiche.
Bei den Wahlen gab es keine Änderung im Vorstand. Juliane Jesse wurde als Schatzmeisterin wiedergewählt.
Geehrt wurden Saskia Hogrefe, Johanna Holbig, Klara Jensen, Luise Klingner, Tom Klingner, Mirja Laabs, Andrea Lademacher-Sander, Christian Lüchau, Michael Sander und Christian Wolter für ihre zehnjährige Mitgliedschaft sowie Birgit Bauer und Luca Mercuri für 25 Jahre, Dieter Gottwald für 40 Jahre und Friedrich Quentin für 50 Jahre DLRG. Ein Verdienstabzeichen in Bronze erhielten Kaatje Laabs und Josefine Becker.






