Die „Akke“ bei der Sisyphusarbeit

Spülschiff bringt den Schuluer Hafen per Hochdruck-Injektionsverfahren auf Tiefe.

Published2. April 2026

AuthorJörg Frenzel

Tatsächlich ein Schiff im Schulauer Hafen! Die "Akke" entfernt in Kombinantion mit dem Ebb-Strom Sedimente. Foto: pr

Akke in schulauer Hafen

Tatsächlich mal ein Schiff im Schulauer Hafen! Die "Akke" entfernt in Kombinantion mit dem Ebb-Strom Sedimente. Foto: pr

„Wedels teuerster Enten-Landeplatz“ – das ist eine jener spöttischen Bezeichnungen für den Schulauer Hafen, die in der Stadt kursiert. Ein paar trainierende Opti-Kinder, mal ein Börteboot, ein Traditionsschiff oder eine Probefahrt beim Hafenfest – ansonsten ist da (noch) nicht so viel los. Doch die Stadt hält den Hafen in Schuss. Die Crew des Spülschiffs „Akke“ wurde beauftragt das Hafenbecken auf Tiefe zu bringen.

„Für die Sedimentbeseitigung am Ponton und im Hafenbecken werden mit den erforderlichen Peil- und Elektroarbeiten insgesamt zirka 50.000 bis 55.000 Euro anfallen“, teilte die Verwaltung mit. Für Durchschnittsverdiener wirkt das sicherlich nicht als ganz billige Angelegenheit. Mehr noch: Sie nimmt kein Ende.

Denn mit jedem Flutstrom fließen zwei Mal am Tag schlickige Schwebstoffe die Elbe hinauf – und setzen sich ab. Der Fluß, der Schulauer und alle anderen Häfen werden so zur Dauer-Baustelle. Die Elb-Vertiefung hat das Problem verschärft.

Doch während in der Fahrrinne große Saugbagger ein Schlamm-Sand-Wasser-Gemisch  kraftvoll aufnehmen können, um es elbab zu verklappen, wird im Schulauer Hafen ein anderes Verfahren angewendet. Die „Akke“ besitzt eine Art absenkbaren Rechen, aus dem mit Hochdruck Luft auf den Hafengrund gepresst wird. Das wirbelt die leichten Sedimente auf – und im besten Fall trägt der Ebb-Strom sie Richtung Cuxhaven. Unglücklich dabei: Verfestigte Sedimente lassen sich so nicht beseitigen. Da müsste schon richtig gebaggert werden – aber Achtung: Sobald das Baggergut über die Wasseroberfläche gehoben wird, wird es zu Sondermüll und müsste teuer deponiert werden.

Noch unglücklicher: Die Natur ist erbarmungslos. Denn so viel auch gespült werden mag, so ist es doch ein Job, wie der des „ollen Griechen“  Sisyphus, der einen Stein immer wieder den Berg heraufrollte, bevor er kurz vor dem Gipfel wieder herunterkullerte. Mutter Natur sorgt mit ihren Gezeiten dafür, dass Schlick immer wieder zurückkommt.

Wer um diese Zusammenhäge weiß, ist deshalb sehr gespannt darauf, wie jene Investoren mit dem Problem umgehen werden, die für touristische Übernachtungen 20 Hausboote in den Schulauer Hafen legen wollen. Im September wollen sie ihr Konzept vorlegen.

In einer Hinsicht können jedoch wohl alle beruhigt sein: Die „Akke“ sorgt mit ihrem Einsatz dafür, dass der Hafen zumindest für das traditionelle „Entenrennen“ des Lions Club Hamburg-Klövensteen zum Hafenfest tief genug sein wird.

 

 

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